Weimarer Friedhofskultur
 

Der AK Weimarer Friedhofskultur konstituierte sich im September 2006.

Weimars Gräberlandschaft mit ihrer memorialen Bedeutung, ihren kunstgeschichtlich oft höchst bemerkenswerten Denkmälern, Tafeln, Stelen und Kleinarchitekturen ist einzigartig. Umso mehr schmerzt der Zustand mancher historischer Grabstätten, besonders auf dem Hauptfriedhof. Vieles ist vernachlässigt, bereits verschwunden oder Opfer gezielter Zerstörungswut. Von der Öffentlichkeit und den politischen Instanzen wird das merkwürdigerweise nur wenig wahrgenommen.

Weimar besitzt mehrere historische Friedhöfe, auf denen nicht mehr bestattet wird: Jakobskirchhof, Jüdischer Friedhof, die Sowjetischen Friedhöfe. Zur Klassik-Stiftung gehört die Fürstengruft (mit Russisch-orthodoxer Kapelle) und deren eingezäuntes Umfeld. Der Historische Friedhof von 1818, mit der Fürstengruft als Teil des Ensembles "Klassisches Weimar" zum Welterbe gehörig, ist jedoch Eigentum der Stadt Weimar. Er wird noch als Friedhof genutzt. Doch der gesamte Hauptfriedhof, also auch der Neue Friedhof, in ständiger Veränderung begriffen, ist als Ensemble geschützt und soll seinen Charakter als historisch wertvolle Anlage nicht verlieren. Hunderte Gräber sind als Kulturdenkmale in einer Liste erfaßt, die jedoch noch zu ergänzen ist. Zudem gibt es Ehrengrabstätten, mit unbegrenzter Ruhefrist. Doch noch mehr Grabstätten ohne privates Nutzungsrecht, ja ganze Bereiche sind durch die Stadt zu erhalten, brauchen Pflege und Umgebungsschutz. Die städtische Friedhofsverwaltung kann trotz aller Bemühungen die denkmalpflegerischen Aufgaben der Bewahrung und Gestaltung allein nicht erfüllen.

Dafür will sich der Arbeitskreis vornehmlich engagieren. Er will denkmalpflegerische und kulturpolitische Mitverantwortung übernehmen. Er will dazu aufrufen und motivieren, zumindest die kultur- und stadtgeschichtlich sowie künstlerisch wichtigsten Grabanlagen, die es dringend nötig haben, in einen würdigen Zustand zu versetzen. Er will selbst in diesem Sinne praktisch wirksam werden.

Es sind umgestürzte Stelen und Grabkreuze aufzurichten, Metallgitter vor dem Verrotten zu schützen, Wildwuchs zu beseitigen, Inschriften sind wieder lesbar zu machen, Verwahrlosung ist zu verhindern. Gezielte Appelle richten sich an die Angehörigen und Nachfahren auf Weimarer Friedhöfen Bestatteter, werbende Botschaften an potentielle Interessenten für persönliche Patenschaften über Grabstätten.

Der Arbeitskreis lädt ein zu öffentlichen Veranstaltungen mit Fachvorträgen, Diskussionen, Friedhofsexkursionen. Er befördert Forschungen, Dokumentationen und Publikationen zu diesem reichhaltigen, teilweise noch unerschlossenen Erbe.

Helfen auch Sie mit bei der Erhaltung historischer Sachzeugen Weimarer Friedhofskultur. Vielleicht haben Sie Lust und Neigung dazu, die Patenschaft über eine gefährdete Grabstätte zu übernehmen. Über jedes neue Mitglied würden wir uns freuen, ebenso aber auch über Spenden für unsere Arbeit oder spezielle Projekte.

 

Kontakt:

Dr. Rudolf Wendt, Cranachstr. 2, 99423 Weimar

Dr. Rudolf Wendt

Unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte.
Heinrich Heine